Das Lob der Melancholie

Das Tango- und Klezmer-Ensemble Hot & Cool um Petra Müllejans legt seine neue CD vor.

Der Griff in die Schublade funktioniert hier nicht. Zum Glück. Denn es ist zwar einfach, Musiker dort nach Genres abzulegen: hier Klassik, da Jazz, dort Pop. Doch die Interessantesten waren nicht selten die, die zwischen den Genres wanderten. Und sich auch ihre Neugier bewahrt haben... Der ganze Artikel in "Badische Zeitung"

Taunus Zeitung, Konzert internationale Schule in Frankfurt

Geschichten von Trauer und Liebe: wenn man sie spielen hört, kann es einem heiß und kalt den Rücken runterlaufen. Bei der Klezmergruppe „Hot&Cool“ gibt der Name nicht nur das Programm für die Musik, sondern nimmt sogleich die Wirkung vorweg, die sie bei den Zuhörern hervorruft...Neben dem Schwerpunkt Klezmer widmet sich die „Hot&Cool“ auch noch der Gipsymusik und dem argentinischem Tango, ebenfalls Musikstile, die die emotionale Variationsbreite von der tiefsten Trauer und Lebensmelancholie bis hin zum überbordenden Freudentaumelkennen. Diese Tiefe der Emotionen ist es, die den Zuhörer unwillkürlich anrührt und sich in allen Facetten geradezu virusartig überträgt. Die Musiker des Ensembles sind allesamt große Könner ihres Faches. Petra Müllejans, Professorin für Barockvioline an der Musikhochschule in Frankfurt, entwickelt auf ihrem Instrument die ganze Leidenschaft der Rhythmen und östlich anmutenden Melodien. Dabei strahlt ihre hochgradige Virtuosität genau jene verbindliche Leichtigkeit ab, die von einem Klezmorim, einem professionellem Spielmann zu jüdischen Hochzeiten und großen Festen von jeher zu erwarten war. Zusammen mit Rainer Schwander am Sopransaxophon bilden sich die Solostimmen, begleitet von Bernhard v.d.Goltz an Gitarre und Akkordeon sowie Uwe Schachner am Cello. Sängerin Claudia v.d.Goltz macht die Gruppe perfekt. Ihre Spezialität sind jüdische Volksgesänge. Im rhythmischen Gestus zurückhaltender als die rein instrumentalen Stücke, erzählen sie Geschichten von Glück und Unglück, von Trauer und Liebe. Auch sie verfügt über eine gewachsene Virtuosität und über ein stimmliches Potential, das sie ganz gezielt für die Aussage des Textes einzusetzen weiß. Gemeinsam bilden diese Künstler eine hinreißende, dynamische Einheit... das Publikum im Auditorium der Frankfurt International School war vollauf begeistert.

Rheinische Post: Konzert im Forum Wasserturm in Meerbusch

Hoch jauchend, zu Tode betrübt: Als der letzte Ton gespielt war, brach nicht enden wollender Applaus aus. Und Jubelrufe gingen durch den Saal. Doch es war nicht am Ende des Konzertes, als das Publikum seiner Begeisterung freien Lauf ließ, sondern schon nach dem ersten Lied. Und so sollte es weitergehen, als die 5-köpfige Band „Hot&Cool“ ihr einziges Konzert in der Region gab... Ein weiteres Konzert von „Hot&Cool“ ist leider nicht geplant, nach diesem Abend wäre der aus Süddeutschland stammenden Band aber wohl ein buchstäblich warmer Empfang sicher...

Lohrer Echo, Konzert in der Wiesenfelder Synagoge

Kein Ort hätte sich für die Darbietung jüdischer Musik mit der Gruppe „Hot&Cool“ besser geeignet als die ehemalige Synagoge in Wiesenfeld, die für 90 Juden im 20 Familien 1863 eingeweiht und in der „Reichskristallnacht“ zerstört worden war...Wer den Abend erlebt hat wird Ihn so schnell nicht vergessen. Die Musiker bilden ein nicht alltägliches Quartett, ein Ensemble mit höchster Musikalität als gemeinsamen Markenzeichen. Die musikalischen Ansichten oder Meinungen decken sich und ihre Spielweise ist geprägt und erfüllt von persönlicher Identität mit dem musikalischem Pensum einerseits und der nahezu perfekten instrumentalen oder vokalen Vortragsweise andererseits. Das bedeutet ein Hörvergnügen, das nahezu zwei Stunden wie im Fluge vergehen lässt...Einen bleibenden Eindruck hinterließ „Hot&Cool“ durch die hervorragende Interpretation ihres Programms..., die feinnervige Auslotung der Musik beeindruckte ebenso wie die Arrangements aus der Feder von Bernhard v.d.Goltz. Jiddische Musik vom Feinsten, nicht nur als Ohrenvergnügen, sondern auch geeignet den Wünschen und Sehnsüchten eines von Schicksalsschlägen heimgesuchten Volksstammes auf den Grund zu gehen.

MAIN-POST, Konzert in der Walldorfschule in Würzburg

Musik mit „Harts un mit Gefil“: Nur ein schmaler Grad trennt Jauchzen und Schluchzen. Diese Lebenslehre hat die jiddische Musik nachhaltig geprägt. Der Eindruck bei „Hot&COOl“, einem Konzert von 5 Klezmorim, strotzend vor Spielfreude und eingebettet in tiefe Musikalität, ist ein Beweis mehr...“Mit Harts un mit Gefil“widmen sich die 5 Tonkünstler dem Wunsch der Zuhörer im gut besetzten Saal der Würzburger Freien Walldorfschule: „Shpil, klezmer shpil!“ Der Unterschied zur Klarinette, dem tragenden Instrument dieser Musikrichtung, wirkt bei Rainer Schwanders Sopransaxophon minimal. Rücksichtsvoll reißt er die Führung im Quintett nicht an sich, setzt lediglich markante Punkte und gibt den Mitstreitern für ihre Saiteninstrumente genügend Raum. Petra Müllejans sorgt mit ihrem vehementem Violinspiel für rassiges Tempo, dem Uwe Schachners Cello mit professioneller Leictigkeit folgt. Man spielt sich lustvoll die Führung zu, ohne die herrausragende Gitarre zu vergessen. Bernhard von der Goltz sitzt nicht von ungefähr in der Mitte. Bei ihm zentrieren sich viele der Lieder und Tänze, seine Stimme assistiert fein eingespielt der Sopranistin Claudia von der Goltz. Manch „jidish lidele“ weiß sie mit augenzwinkernder Fröhlichkeit und heller, klarer Stimme zu intonieren. Der Wigeschritt ins Tangofach ergänzt das starke Bild von fünf exzellenten Solisten, die im Zusammenspiel an individueller Stärke gewinnen:“Scheyn,scheyn!“

MAIN-ECHO, Konzert in der Dorfgemeinschaft Hohenroth

...Der in jedem Stück erneut spürbar werdende faszinierende Gesamteindruck des Ensembles, sein konkretes., packendes Musizieren, das sich spontan auf den Zuhörer überträgt und ihn unweigerlich in seinen Bann zieht, wird erklärbar durch das Engagement, das exzellente Instrumentalspiel und den Gesang sowie die den sonstigen Rahmen sprengende Musikalität. Die Addition dieser elementaren Einzeltugenden bringt als Summe ein Hörerlebnis von Extraqualität.... Der vollbesetzte Saal dankte mit spontanem Beifall für ein denkwürdiges Musiziererlebnis der Sonderklasse. Veranstalter sollten sich „Hot&Cool“ rot in ihrem Terminkalender eintragen und die fränkischen Klezmer einladen. Sie werden es garantiert nicht bereuen.

„Schwander-Goltz-Duo“: Fränkische Landeszeitung

„Durch instrumentaltechnisches Niveau, folkloristischen Schwung ind Seelentiefe bestach das Eröffnungskonzert des diesjährigen „Musiksommers bei Kerzenschein“. Das Duo Bernhard v.d.Goltz (Gitarre) und Rainer Schwander (Hackbrett, Sopransaxophon) führten die Besucher auf eine musikalische Weltreise, die reizvolle Impressionen aus der Alten wie der Neuen Welt, aus Europa wie Nord-Afrika barg. Keine Frage, ihre Stimmungen fesseln, ihr Rhythmus reißt mit, die Präzision ihres Zusammenspiels ist begeisternd. Egal auf welchem teil unseres Planeten das Duo im Geiste gerade halt machte, an Intensität und Charakter mangelte es keinem ihrer Vorträge. Das als bloßes stubenmusikalisches Utensil unterschätzte Hackbrett erfährt durch die versiert-facettenreiche Anschlagstechnik und den interpretatorischen Esprit Rainer Schwanders eine aufregende Rehabilitation. Im eng verwobenen Zusammenklang mit einem ebenfalls an Techniken und Nuancen reichen Gitarrenpart entfesselt sich irisches Temperament, entfaltet sich der Liebreiz englischer Countrydances des 16. Jahrhunderts und es entbrennt das Feuer ungarischer „Zigeuner“-Weisen. Das Programm der beiden einfach nur bunt zu nennen, würde ihm sicher nicht gerecht, denn es ist zweifelsohne mehr als nur ein bloßer Bilderbogen. Unterschiede und mehr noch Zusammenhänge, die die Melodien der Völker trennen, machen die beiden Musiker deutlich, ohne dabei akademischer Steifheit zu verfallen. Im Gegenteil: Ihre auf den ersten Blick wild gemischte Folklore-Parade ist „Infotainment“ der vornehmsten Art....